Universitätsstipendien – fachliche Ausbildung und Empowerment für indigene Frauen in Guatemala

Das Stipendienprogramm von MIRIAM wurde 1989 in Nicaragua gegründet und 1996 auf Guatemala ausgeweitet. In den über 20 Jahren seines Bestehens hat MIRIAM mehr als 400 Stipendien an engagierte Frauen aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen vergeben, von denen rund 200 bereits ihr Studium oder ihre Fachausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und sich in ihrem beruflichen und sozielen Umfeld für die Entwicklung ihres Landes einsetzen.
Orte des Projekts: Guatemala Stadt und Quetzaltenango
Dauer: seit 1996, aktuelle Phase: 2012 - 2015
Finanzierung: EinzelspenderInnen und Gruppen von MIRIAM-Österreich, Erklärung von Graz, Solidarität mit Lateinamerika-SOL, Landesregierung der Steiermark, Dreikönigsaktion der Katholischen Jugend Österreichs – DKA, Brot für die Welt, Deutschland, ADA–Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.
Oberziel: Förderung der qualifizierten Berufsausbildung und der Persönlichkeitsbildung von guatemaltekischen Frauen, insbesondere indigener Frauen, damit sie sich als zukünftige Fachkräfte für die gesellschaftliche Entwicklung und die Rechte der indigenen Völker einsetzen.

Arbeitsbereiche: Förderung der Berufsausbildung von Frauen aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen mittels eines Stipendiums für ein Universitätsstudium sowie Stärkung des Empowerments und der Persönlichkeitsbildung der Stipendiatinnen in Workshops über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen mit Genderschwerpunkt. Bedingung für die Unterstützung ist ein soziales Engagement der Stipendiatin in einer Organisation der Zivilgesellschaft oder einer Institution. Die hohe Motivation der Stipendiatinnen zeigt sich in einem Studienerfolg von über 90%, und trotz einer hohen Arbeitslosenrate in Guatemala haben die meisten Absolventinnen einen qualifizierten Arbeitsplatz mit gesellschaftspolitischen Entscheidungspositionen inne. Erfahren Sie mehr über die Bedeutung eines Stipendiums für die Absolventinnen von MIRIAM.

Erfahren Sie mehr über die Bedeutung eines Stipendiums für die Absolventinnen von MIRIAM

Nähere Information:

Mag. Susanne Kummer, Rosario No’j Xoyon: guatemala@proyecto-miriam.org

Dr. Doris Huber und Dr. Ingeborg Berger: miriamoe@aon.at und austria@proyecto-miriam.org

Studienabschlussprogramm für Diplomandinnen

Orte: Guatemala Stadt und Quetzaltenango
Dauer: seit 1996, aktuelle Phase: 2012 - 2015
Finanzierung: EinzelspenderInnen und Gruppen von MIRIAM-Österreich, Erklärung von Graz, Solidarität mit Lateinamerika-SOL, Landesregierung der Steiermark, Dreikönigsaktion der Katholischen Jugend Österreichs – DKA, Brot für die Welt, Deutschland, ADA–Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.
Projektziel: Unterstützung von Diplomandinnen in der Studienabschlussphase mit dem Ziel der Förderung von zukünftigen beruflichen Fachkräften, die sich für die Entwicklung der Gesellschaft und die Rechte der indigenen Bevölkerung insbesondere der Frauen einsetzen.

Programmkomponenten:

  • Unterstützung von Diplomandinnen bei Praktika, dem Verfassen von Diplomarbeiten oder Praktikumsberichten, Vorbereitung auf die Diplom- oder Abschlussprüfungen, spezielle Unterlagen, Materialien und fachliche Beratung, Kurse zur Vorbereitung für die Diplomprüfungen, Sprachkurse, Forschungskosten und Studienabschlusskosten.
  • Persönliche und virtuelle Betreuung durch die akademische Tutorin von MIRIAM für das Abfassen von Diplomarbeiten und die Vorbereitung auf die Diplomprüfungen, sowie bei der Verbesserung der Kommunikations-, Studien- und Forschungskompetenzen der Stipendiatinnen.
  • Persönlichkeitsbildung der Stipendiatinnen in monatlichen Workshops zu Genderthemen, sowie Lern- und Studientechniken

Weiterbildungsprogramm mit Gender – und interkulturellem Schwerpunkt

Orte des Projekts: Guatemala Stadt, Quetzaltenango
Dauer: 2010-2012
Finanzierung: Friedrich Ebert Stiftung (2010), ADA-Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (2011-2012)
Oberziel: Förderung von ganzheitlicher Weiterbildung für indigene Studierende, damit sie befähigt werden, sich als zukünftige Fachkräfte für die Durchsetzung von Gleichberechtigung, die Rechte der indigenen Völker und die Entwicklung einer gerechten und demokratischen Gesellschaft einzusetzen.

Arbeitsbereiche: Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen für unsere Stipendiatinnen, die oft aber auch anderen Studierenden offen stehen, zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Rechte der indigenen Völker, Selbstwert, "Cosmovisión Maya", sexuelle und reproduktive Gesundheit, indigene Sprachen u.a.m. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben einerseits Fachkenntnisse und werden andererseits motiviert, sich für die Durchsetzung der Menschenrechte, insbesondere der indigenen Bevölkerung in ihrem sozialen und politischen Umfeld zu engagieren.
Im Jahr 2010 fand als follow-up zu den Internationalen Gipfeltreffen Indigener Völker eine Veranstaltungsreihe statt, an der 100 Studierende teilnahmen.
Gegenwärtig bietet MIRIAM einen von der staatlichen Universität anerkannten Diplomlehrgang zu "Gender, Interkulturalität und Forschung" an.

Nähere Information:

Mag. Susanne Kummer: guatemala@proyecto-miriam.org

Ein Tor in die Zukunft – Überlebende von Gewalt gestalten ihr Leben neu

Orte des Projekts: Guatemala Stadt
Dauer: Pilotphase 2010, aktuelle Phase: 2012 - 2013
Finanzierung: Solidarität mit Lateinamerika – SOL, Steiermark und EinzelspenderInnen von MIRIAM-Österreich
Oberziel: Unterstützung von Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, bei der Neugestaltung des Lebens mittels Ausbildung und psychosozialer Unterstützung zur Traumabewältigung.

Arbeitsbereiche: Im Rahmen des Projekts "Ein Tor in die Zukunft" werden Mädchen und Frauen, die Opfer verschiedenster Gewaltakte wurden, bei ihren Anstrengungen unterstützt, aus dem Teufelskreis von Armut und Gewalt auszubrechen und neue Lebensprojekte aufzubauen, die ihre persönliche und familiäre Entwicklung in Würde und Sicherheit garantieren. MIRIAM unterstützt diese Überlebenden von Gewalt mit Stipendien für ihren Grundschul- bzw. Sekundarschulabschluss und/oder für berufsbildende Kurse, die ihnen mittels Bildung neue Lebensperspektiven eröffnen. Workshops und fachlich qualifizierte psychosoziale Gruppenbegleitung unterstützen die Mädchen und Frauen bei der Traumabewältigung und bei der Stärkung ihrer Persönlichkeit und ihres Empowerments, damit sie aktiv ihre Lebensplanung gestalten können.

Nähere Information:

Rosa García Tohom: rgarcia@proyecto-miriam.org

Mag. Susanne Kummer:guatemala@proyecto-miriam.org

Dr. Doris Huber:miriamoe@aon.at und austria@proyecto-miriam.org

Forschungsstipendien über Gewalt gegen Frauen aus der Perspektive indigener Frauen

In Zusammenarbeit mit der Frauenorganisation "Tz’ununija‘ "

Orte des Projekts: Guatemala Stadt , Quetzaltenango, Huehuetenango, Quiché, Sololá, Chimaltenango
Dauer: 2011 - 2013
Finanzierung: Oxfam Belgien
Oberziel: Erarbeitung von neuen Betreuungsmodellen für Überlebende von Gewalt aus der Perspektive indigener Frauen, damit sie unterstützt und ermutigt werden, sowohl den Rechtsweg der staatlichen Instanzen als auch den der lokalen Maya-Gemeinschaft in Anspruch zu nehmen.

Arbeitsbereiche: Gemeinsam mit der indigenen Frauenorganisation „Tz’ununija‘ fördert MIRIAM die Diskussion und die Forschung über das Thema der Gewalt gegen indigene Frauen, nach der Methode „Forschung-Aktion-Partizipation“. Die Erarbeitung von kulturell adäquaten Betreuungsmodellen soll in einem breiteren öffentlichen Rahmen den Zugang von Frauen zu den rechtlichen Instanzen fördern und in weiterer Hinsicht der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen dienen.

Nähere Information:

Licda. Lilian López Ixcoy: mujeresindigenastzununija@gmail.com

Mag. Susanne Kummer: guatemala@proyecto-miriam.org

Aufklärung über Liebe, Sexualität und Familienplanung im Kontext der Mayakultur

Orte des Projekts: Sekundarschulen in Totonicapán im Hochland Guatemalas
Dauer: 2011 (Vorbereitungsphase), 2012 (Durchführung)
Finanzierung: Solidarität mit Lateinamerika - SOL, Steiermark, Steirische Landesregierung
Projektziel: Förderung eines Konzepts von Liebe und Sexualität, das zu stabilen und respektvollen Beziehungen ohne ungewünschte Schwangerschaften beiträgt.

Arbeitsbereiche: Im Rahmen des Projekts "Aufklärung über Liebe, Sexualität und Familienplanung im Kontext der Mayakultur" arbeitet MIRIAM mit 300 Jugendlichen und 60 Lehrerinnen und Lehrern in Workshops zu Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Dazu wurden unter Einbeziehung von Beiträgen indigener Autoritätspersonen (Hebammen, Maya-Priesterinnen, Ältestenrat) neue Unterrichtsmaterialien erstellt. Innovative Elemente sind die Vermittlung der Inhalte im Kontext der Mayakultur und in der Sprache K’iche’, unter Anwendung von kreativen und interaktiven pädagogischen Methoden.

Nähere Information:

Licda. Juana Tax Saquimux: jtax@proyecto-miriam.org, taxjuana@gmail.com

Mag. Susanne Kummer: guatemala@proyecto-miriam.org

Dr. Doris Huber:miriamoe@aon.at und austria@proyecto-miriam.org

Beitrag zur Universitätsreform mit Schwerpunkt auf Gleichheit und Interkulturalität

in Zusammenarbeit mit der Bewegung der Maya-StudentInnen – MOVEMAYAS und dem Kollektiv indigener StudentInnen JADE

Orte des Projekts: Guatemala Stadt, Quetzaltenango, Huehuetenango, Cobán, Puerto Barrios, Jalapa
Dauer: 2011-2012
Finanzierung: Mecanismo de Pueblos Indígenas „Oxlajuj Tz’ikin“
Oberziel: Reform der universitären Bildung in Guatemala unter Einbeziehung der Rechte und des traditionellenWissens der indigenenVölker, insbesondere der indigenen Frauen Guatemalas.

Arbeitsbereiche: MIRIAM setzt sich für eine Reform der Universitäten ein, welche die Rechte der indigenen Studierenden respektieren und das traditionelle Wissen der indigenen Völker in ihre Organisationsstruktur, Lehrpläne und didaktische Methoden integrieren. Einen besonderen Arbeitsschwerpunkt stellt die Förderung des Rechts auf "affirmative actions" (zeitweilige Sondermaßnahmen oder affirmatives Handeln gemäß der UNO) dar, um insbesondere den indigenen Studierenden den vollen Zugang zur Universität zu garantieren. Gemeinsam mit den Maya–StudentInnenorganisationen MOVEMAYAS und JADE soll auf Basis einer Bestandsaufnahme und einer Analyse des derzeit geltenden Universitätsgesetzes der staatlichen Universität San Carlos ein Vorschlag zu einer Reform dieses Gesetzes erarbeitet werden, der das Recht der indigenen Studierenden auf einen gleichberechtigten Zugang zur universitären Bildung ebenso gewährleistet wie die explizite Berücksichtigung von Inhalten und Methoden der indigenenKultur und des indigenen Wissens.

Nähere Information:

Mag. Susanne Kummer: guatemala@proyecto-miriam.org

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