Wenn du keine Bildung hast, Kurzbeschreibung Buch Huber

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Interview mit der 400. Stipendiatin von MIRIAM
Massiel Carolina Velázquez Casco

Wohnort:Las Pilas, Villanueva
Studium:1. Studienjahr Sozialarbeit, UNIVAL-Chinandega, Nicaragua
Datum der Befragung:01.03.2012

1) Was hast du in dem Moment gefühlt, als du von der Zusage des Stipendiums erfahren hast? Wem hast du als Erstes davon erzählt?
Zuerst habe ich meiner 18-jährigen Schwester Walkiria von der Zusage erzählt. Wir stehen uns sehr nahe und unternehmen viel gemeinsam. Ich schrie überglücklich: „Walkiria! Walkiria! Ich bekomme das Stipendium!“ Sie war gerade bei mir, als mich die Koordinatorin des MIRIAM-Projekts angerufen hat und mir die frohe Nachricht mitteilte. Wir waren ganz aufgeregt und ich erzählte es kurz darauf meiner Familie, die sich mit mir gemeinsam sehr freute! Wir waren alle den Tränen nahe und ich danke dem Herrn, dass ihr so ein tolles Projekt für uns macht!
2) Wie hast du davon erfahren, dass das MIRIAM-Projekt Stipendien vergibt?
Eines Abends gab ein Lehrer aus Somotillo Unterricht bei uns im Dorf. Er arbeitete zusammen mit meiner Schwester, während ich in einer Kreativwerkstatt beschäftigt war. Er erzählte meiner Schwester von den Stipendien, die vom MIRIAM-Projekt in Villanueva vergeben werden. Meine Schwester fuhr daraufhin einen Tag später nach Villanueva, um sich über alles Weitere zu erkundigen. Ich sammelte dann alle nötigen Unterlagen zusammen und reichte meine Bewerbung kurz darauf ein.
3) Aus welchen Beweggründen hast du dich beworben?
Vor drei Jahren starb meine Mutter. Meine Brüder sind verheiratet und haben bereits eigene Familien gegründet, die sie zu versorgen haben. Sie können mich finanziell nicht unterstützen, ebenso wenig wie meine drei Schwestern, die zum Teil selber studieren. Ich hatte jedoch den festen Willen weiterzukommen und so fasste ich den Entschluss, mich nach einem Stipendium zu erkundigen, das mir ein Studium ermöglichen würde.
4) Was sagt deine Familie zum Studium?
Sie freuen sich sehr und unterstützen mich, wo sie nur können. Sie ermahnen mich, immer pünktlich zu den monatlichen Gruppentreffen zu erscheinen, mich in den Vorlesungen gut zu benehmen und fleißig zu lernen. Außerdem raten sie mir, diese einmalige Chance, die mir das MIRIAM-Projekt gibt, größtmöglich zu nutzen.
5) Was gefällt dir am besten bei MIRIAM?
Am meisten gefällt mir der Zusammenhalt unter den Frauen. Wir sind wie Schwestern, die ein gemeinsames Ziel haben, wir wollen weiterkommen und den Frauen helfen, die unter Gewalt zu leiden haben. Wir Stipendiatinnen studieren verschiedene Studienrichtungen, die unserer Gesellschaft zugutekommen und die wir mit unseren Kenntnissen weiterentwickeln werden. Mir gefällt zudem die warmherzige Art, mit der wir von den Frauen bei MIRIAM aufgenommen werden. Es ist so, als ob wir uns schon seit langer Zeit kennen würden und man fühlt sich wie zu Hause. Deshalb ist diese Erfahrung sehr schön und etwas ganz Besonderes für mich.
6) Erzähl uns von einer besonderen Situation, die dir während deiner Zeit bei MIRIAM passiert ist.
Mir gefällt es, den Menschen etwas zu vermitteln und vor allem mag ich das Medium der Fernsehübertragung. Ich selbst war noch nie im Fernsehen, bis ich von einem Kamerateam im Rahmen eines der monatlichen Gruppentreffen vom MIRIAM-Projekt interviewt wurde. In eine Kamera zu schauen, Fragen gestellt zu bekommen und das Gefühl, dass deine Antworten als wichtig empfunden werden, war wirklich unbeschreiblich und hat mich sehr beeindruckt. Überhaupt gefällt mir sehr, dass im MIRIAM-Projekt jede Einzelne von uns und ihre Meinung ernst genommen werden. Ich war wirklich sehr aufgeregt während des Interviews, doch andererseits hatte ich auch dieses innere Bedürfnis, mich und all meine Ideen mitzuteilen.
7) Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Meine Pläne für die Zukunft sind eine gute Studentin zu sein und aus eigener Kraft mein Diplom zu machen. Danach würde ich gerne eine Arbeit finden, was nicht bedeutet, dass ich mich lediglich bereichern möchte. Mein Wunsch ist es, mehr über die Menschen und über mich selbst zu erfahren und mich selber weiterzuentwickeln. Ich möchte gerne verschiedene Menschen kennenlernen, um zu erfahren, wie ich ihnen am besten helfen kann. Daher ist es mir besonders wichtig, meine Meinungen anderen mitzuteilen und mich mit ihnen auszutauschen. Ich würde gerne Unterstützung bekommen und gleichzeitig anderen welche schenken. In meiner Zukunft sehe ich mich weiterhin im MIRIAM-Projekt, das ich mit meinem Wissen und all meiner Kraft unterstützen möchte. Außerdem wünsche ich mir, dass wir auch in Zukunft zusammenarbeiten und uns gemeinsam für das Wohl der Gesellschaft einsetzen können.

MIRIAM Broschüre Landgemeinden Nicaragua

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